Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis? Der Vergleich

Kurz & knapp: Es gibt zwei Arten von Energieausweisen. Der Verbrauchsausweis beruht auf dem tatsächlichen Verbrauch (günstiger, einfacher), der Bedarfsausweis auf einer technischen Gebäudeanalyse (objektiver, teurer). Oft besteht Wahlfreiheit – bei bestimmten älteren, kleinen Gebäuden ist der Bedarfsausweis jedoch Pflicht.

Die zwei Ausweis-Arten im direkten Vergleich

Merkmal Verbrauchsausweis Bedarfsausweis
Grundlage Tatsächlicher Verbrauch der letzten 3 Jahre Technische Analyse des Gebäudes
Aussagekraft Vom Nutzerverhalten abhängig Objektiver, verhaltensunabhängig
Kosten (online) ab ca. 70 € ab ca. 120 € (vor Ort mehr)
Aufwand Gering, oft komplett online Höher, Gebäudedaten nötig
Verfügbarkeit Für viele Bestandsgebäude wählbar Immer zulässig, teils Pflicht

Welcher Ausweis ist für mich Pflicht?

In vielen Fällen dürfen Eigentümer frei zwischen beiden Varianten wählen (Wahlfreiheit). Ein Bedarfsausweis ist Pflicht, wenn alle folgenden Punkte zutreffen:

Auch für Neubauten wird ein Bedarfsausweis erstellt. In allen anderen Fällen ist der günstigere Verbrauchsausweis in der Regel zulässig.

Hinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Bitte prüfen Sie die für Ihr Gebäude geltenden Vorgaben vor der Bestellung.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Verbrauchsausweis

Bedarfsausweis

Eine Übersicht der Preise finden Sie auf unserer Seite zu den Energieausweis-Kosten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis?

Der Verbrauchsausweis basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Jahre und ist damit vom Nutzerverhalten abhängig. Der Bedarfsausweis bewertet das Gebäude technisch (Bausubstanz, Dämmung, Heizung) und ist unabhängig vom Verhalten der Bewohner – dafür aufwendiger und teurer.

Welcher Energieausweis ist für mein Gebäude Pflicht?

In vielen Fällen können Eigentümer frei wählen. Ein Bedarfsausweis ist jedoch vorgeschrieben für Wohngebäude mit bis zu vier Wohnungen, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde und die nicht mindestens auf den energetischen Stand der 1. Wärmeschutzverordnung (1977) modernisiert wurden. Für Neubauten wird ebenfalls ein Bedarfsausweis erstellt.

Welcher Ausweis ist aussagekräftiger?

Der Bedarfsausweis gilt als objektiver, weil er das Gebäude selbst bewertet und nicht vom Heiz- und Lüftungsverhalten der Bewohner abhängt. Der Verbrauchsausweis spiegelt dagegen den realen Verbrauch wider, kann aber je nach Nutzer stark schwanken.

Welcher Energieausweis ist günstiger?

Der Verbrauchsausweis ist günstiger und online ab ca. 70 Euro erhältlich. Der Bedarfsausweis ist aufwendiger und online ab ca. 120 Euro; mit Vor-Ort-Begehung kann er deutlich mehr kosten.

Zuletzt aktualisiert am 2026-06-19.